Im Jahre 1925 erwirbt ein stattlicher Gastwirt namens Fürst, das idyllisch gelegene Grundstück im Herzen des Wasserwaldes, vom Scharlinzer Oberförster.
Er errichtet bis 1928 ein stillvolles Wirtshaus, mit Brett´lbühne und Weinkeller - das alte, verwitterte Holzfass im heutigen Ritterstüberl erinnert noch daran.
Viele Jahre ist das Bratwurstglöckerl ein beliebtes Ausflugsziel der Linzer. Man schätzt sowohl ein frisch gezapftes Gösser-Bier; das seit dem 1. Tag ausgeschenkt wird, als auch den Duft frisch gegrillter Bratwürstel, der einem immer um die Nase weht.
Fantasievoll inszenierte Theaterstücke und musikalische Darbietungen öffnen einem breiten Publikum die Türen zu Kunst und Kultur.
Die Kriegsjahre bringen dann auch für´s Glöckerl grosse Veränderungen mit sich und die letzten Gäste müssen im September 1945 den hier stationierten Amerikanern weichen. Als "Andenken" werden beim ausbaggern der Sandspielkiste erstaunlich gut erhaltene Schnapstonflaschen entdeckt.
Der Zahn der Zeit nagt am alten Gemäuer und die Pracht und Ausstrahlung des herrschaftlichen Hauses verblasst.
Nach dem Kriegsende kauft der Ennser Friseurmeister Wimberger das Anwesen, aber den nachfolgenden Pächtern gelingt es nicht, den vergangenen Zauber wieder einzufangen.
Die Bühne wird zugenagelt, der Weinkeller dient nur noch als Holzlager und die einst wunderschöne Aussenanlage gleicht mehr dem Gestrüpp rund um Dornröschen´s Märchenschloss, als einem zum Verweilen einladenden Gastgarten.
Und trotzdem geht für uns, Barbara und Christian, ein Traum in Erfüllung, als wir 1984 einen Pachtvertrag für 15 Jahre erwerben und 10 Jahre danach, 1994, den Kaufvertrag unterzeichnen:
In all dieser Zeit haben wir renoviert, umgebaut und ausgebaut, aber unser Ziel dabei nie aus den Augen verloren:
Das Gasthaus zur Bühne zu gestalten. Einer Bühne, auf der wir gerne spielen und unseren Gästen ihren Aufenthalt zum Erlebnis machen.
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